Bunge in Peking

Mario Bunge in China:

Vorlesungen an der Tsinghua University und der Peking University

Heute haben wir das Vergnügen, einen Gastbeitrag zu veröffentlichen.

Mario Bunge (*1919, Buenos Aires, Argentinien), langjähriger Frothingham Professor für Logik and Metaphysik an der McGill University in Montreal, schickte mir vor einigen Tagen seinen Peking-Reisebericht.

Er und seine Frau Marta – emeritierte Mathematik-Professorin – waren von der Pekinger Universität zu Gastvorlesungen nach China eingeladen worden.

Vom 10. bis 22. Oktober 2011 hielt der 92jährige Bunge eine ganze Reihe von Vorlesungen, die er zum Anlass nahm, die chinesische Staats-Ideologie freundlich aber doch offen herauszufordern und systematisch zu kritisieren.

Wie es ihm im Einzelnen ergangen ist, schildert er in dem Bericht, den wir hier im Original wiedergeben dürfen.

Für unsere Veröffentlichung vertraute uns Mario Bunge einige Fotos an, die wir zur Illustration nutzen dürfen.

Ein paar Details zu Bunges Werk

Für diejenigen, die mit Mario Bunges Werk nicht vertraut sind, ein wenig Hintergrund:

Der Argentinier Mario Bunge ist ein international renommierter Intellektueller. Bunges Leistung ist einzigartig: Er bietet eine systematische und umfassende Philosophie, vertraut mit allen modernen Wissenschaften – von den aktuellen Naturwissenschaften bis zu den drängenden Fragen heutiger Sozialwissenschaften. Er befasst sich hier jeweils mit den grundlegenden Problemen der Ontologie, Erkenntnistheorie, Semantik, Ethik und Logik.

Mancher, der sich mit seinem Werk zu beschäftigen beginnt, mag – wenn allzu zartbesaitet – durch seinen Rigorismus verstört werden.

Wir allerdings halten ihn für einen philosophischen Freiheitskämpfer, der helles Licht wirft auf die grundlegenden Fragen nicht nur wissenschaftlichen Arbeiten und Fortschreitens. Letztlich zielt sein Denken auf ein realistisches Konzept zeitgemäßer, auf den Werten Freiheit und Demokratie basierender Menschlichkeit.

Jemand hat geschrieben, „Mario Bunge nimmt keine Gefangenen“.
Richtig so: Er nennt Scharlatane bei ihren Namen und klagt solche Akademiker an, die sich statt mit der Realität unausgesetzt mit ihrer Scholastik beschäftigen.

Es gibt kaum einen weiteren Intellektuellen, der auch nur annähernd an die Gedankentiefe und –breite herankommt, zu der es Bunge bisher in seinem langen Leben in Wissenschaft und Philosophie gebracht hat. Es ist eine große Bereicherung und Freude, mit ihm in Kontakt stehen zu und seine Arbeit verfolgen zu dürfen.

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